Vom gesamten Auf-der-Mauer-Projekt ist die Scheune am weitesten vorangeschritten. Ihre Sanierung ging lange vor dem Wohn-Neubau los. Das bedeutet, dass wir gerade in schnellem Tempo Entscheidungen treffen müssen - von der Küchengestaltung bis zur Frage der Bodenbeläge, der Elektrik, der künftigen Nutzung und Möblierung. Und: sollen wir weiter für unseren starken Wunsch kämpfen, dass im Dachgeschoss eine denkmalkompatible Wohnnutzung zugelassen wird?
Eine kleine Exkursion nach Kilchbergwar dazu super inspirierend - in die dortige Dorfscheune, die nicht nur wunderbar gestaltet ist, sondern auch überaus lebendig genutzt wird. Und von unserem Architekt Gottfried Haefele konzipiert wurde..., der zugleich die Sanierung und Umbau unserer Unterjesinger Scheuer plant und leitet!
Fachsimpeln unter Experten: Architekt Gottfried Haefele (links) und Reinhard Lüderitz (vom Ortskuratorium Tübingen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die uns mit 100.000 € Denkmal-Mitteln fördert).
Gottfried Haefele und Vorständin Gabi Göhring
Alle Details sind interessant: Wie wurde hier umgegangen mit uralten Balken einerseits, neuem Holz andererseits? Wo wird das alte Fachwerk belassen, wo von innen neu verputzt? Wie kann eine passende Beleuchtung aussehen, wie weit reichen die Fensteröffnungen? Braucht es zusätzliche Strahlungswärme von oben? Wohin mit den rund 70-80 Stühlen?
Schöne Detaillösungen: Oben: der begehbare Glasboden in der Decke; unten: die maßgefertigte Glas-Schiebetür vor der Küche
Und für uns aus ganz praktischem Interesse besonders wichtig: die Küche zu inspizieren und mit den Unterjesinger Begebenheiten zu vergleichen..., denn dort müssen wir in diesen Tagen festlegen: wo kommen welche Anschlüsse hin, wo die Spüle, wo die Elektrik?
Und schließlich total spannend: ginge nicht doch eine denkmalkompatible Nutzung des Dachgeschosses für eine Wohnnutzung? In Kilchberg sind richtig überzeugende Lösungen bspw. für eine Gaube umgesetzt worden, die die alte Sparrenkonstruktion vollständig sichtbar lässt. Wir bräuchten entsprechende Mieteinnahmen super-dringend, um u.a. die laufenden Unterhaltskosten des Stadtteiltreffs ein Stück weit zu sichern - denn auf die Stadt dürfen wir da höchstwahrscheinlich nicht (mehr) hoffen.... Herzlicher Dank an Ilse Werner, die uns den Zugang ermöglichte!